Schön oder nicht schön?

Auf Twitter wurde mir vor kurzem dieser Clip in die Timeline gespült:

Dazu gab es die Kritik, dass man eine Frau mit 300gr zu viel auf den Rippen zur Darstellung einer „Dicken“ gecastet hätte und das den Sketch weniger wirkungsvoll machen würde. Meiner Meinung nach, wirkt der Witz ja gerade deswegen. Das totale Chaos bricht aus, obwohl offensichtlich ist, dass die Frau weder zu dick, noch zu behaart oder sonstwas ist. Sondern halt einfach nur „normal“. Als dann noch ein dicker alter Mann, Pommes essend sich über die Frau lustig macht, zeigt sich der Kontrast noch einmal deutlich. Was den Film im Speziellen angeht, bleibe ich bei meiner Meinung. Er würde mit einer „dicken“ Person nicht so wirklich wirken.

Allerdings ist die Kritik an sich schon richtig und ich sehe das größere Problem dahinter. Denn die Tatsache, dass der Witz mit einer wirklich „dicken“ Frau nicht funktioniert hätte, sagt ja auch einiges aus. Die gezeigte Reaktion wäre zwar immer noch übertrieben, aber so mancher hätte sagen können, na so ein wenig haben sie ja recht, oder ähnliches. Dass diese Möglichkeit besteht zeigt, die Wirksamkeit des jeweils vorherrschenden Schönheitsideals. Zu dick, zu dünn, zu viele Haare, zu wenig Haare, man kann die Liste quasi endlos fortführen, irgendwas passt halt immer nicht, wenn man es denn drauf anlegt.

Und damit kommen wir zu dem Problem, wie der Film interpretiert werden kann. Kommt beim Zuschauer an, dass auch Frauen, die nicht so schlank und rasiert, wie das derzeitige Schönheitsideal vorschreibt, sind im Bikini rumlaufen dürfen? Also wirklich alle, also auch die, die mehr als die 300gr „zu viel“ auf den Rippen haben? Oder kommt nur rüber, dass es noch eine gewisse Toleranz gibt, die ja auch „nicht so schlimm“ und ja doch noch „schön“ ist, oder zumindest nicht „hässlich“?

Nach längerem Nachdenken, bin ich da etwas zwiegespalten. Wäre die intendierte Botschaft, dass es egal ist wie „dick“ man ist, dann wäre es wohl wirklich besser gewesen, eine „dicke“ Frau zu casten. Wie man daraus dann noch eine Satire macht, weiß ich allerding nicht. Man wäre dann vielleicht nur noch betroffen, aber nicht mehr belustigt.

Vielleicht interpretiere ich das wirklich nur so weit, weil ich entsprechend sensibilisiert bin und somit quasi weiter denke, als von den Autoren intendiert. Ist diese Ebene also wirklich zu Meta, als dass sie beim durchschnittlichen Zuschauer wirkt? Gibt es Beispiele die es besser machen?

Mehr zur Soziologie des Körpers und Schönheit gibt es hier: http://scienceblogs.de/beauty-full-science/

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