Rückzug aus Social Media?

In der letzten Folge des soziologischen Kaffeekränzchens schon besprochen, kam das Thema auch in meiner Twitter Timeline auf, der Rückzug aus Social Media, im speziellen Twitter, zumindest eine Pause oder die Flucht in alternative Netzwerke. Die Intensität der Auseinandersetzung scheint immer mehr zuzunehmen. Diskurs findet auch nicht wirklich statt. Jeder schreit seine Sichtweise der Welt und wie sich alle darin zu verhalten haben heraus und wenn jemand widerspricht, dann wird das natürlich sofort persönlich genommen.

Was eigentlich auch kein Wunder ist, denn Menschen reagieren meist sehr empfindlich darauf, wenn man ihre Weltsicht in Frage stellt. Und was dabei immer rüberkommt ist, so geht es mir zumindest, wenn Du nicht ein mir wohlgefälliges Verhalten in dem speziellen Fall der mir wichtig ist, an den Tag legst dann bist du quasi kein guter Mensch mehr.

Gemäßigten Menschen, die sich nicht über alles und jeden aufregen möchten, kann sowas schon mal auf den Geist gehen. Wenn jetzt sich aber alle ins Private zurückziehen, oder so lange blocken, bis keiner mehr da ist, ist irgendwie auch keinem geholfen.

Beim Wechsel zu anderen Diensten gibt es auch Probleme.

  1. Wer kommt mit? Sind dann überhaupt noch alle da, oder fragmentiert das alles einfach nur? Wenn zu wenige wechseln, dann stirbt der Dienst recht schnell wieder und man ist wieder da wo man angefangen hat. Bis jetzt ist jeder Versuch eine alternative Plattform für Twitter und Facebook zu finden gescheitert. Selbst Google hat aufgegeben.
  2. Menschen sind nun mal Menschen. Die ändern sich nicht, nur weil sie einen anderen Dienst nutzen. Vielleicht bietet die eine Plattform bessere Möglichkeiten unliebsame Störenfriede loszuwerden als eine andere, aber Technik löst eben keine sozialen Probleme.

Eine andere Sache sind die Beziehungen die man sich mit der Zeit aufbaut. Zumindest auf Twitter, wo man ja eher fremde Menschen trifft. Da gibt es dann die Menschen, die dann doch fehlen, wenn sie von der Plattform gehen. Manchmal ist man auch noch auf einem anderen Dienst miteinander verbunden, doch irgendwie ist das dann doch nicht dasselbe.

Jetzt könnte man sagen, ok vielleicht kann man ja dann Nummern austauschen und sich dann bei WhatsApp oder anderen Messangern verbinden. Das geht sicher mit manchen, doch ist das meistens schon lange vorher passiert. Ich treffe auch Menschen, die ich auf Twitter kennengelernt habe öfters mal im RL, auch wenn sie manchmal am anderen Ende der Welt wohnen.  Bei manchen ist dann aber diese „Twitter Beziehung“ alles was man will und gut findet. Wie im echten Leben und das Internet ist halt eben auch das echte Leben, gibt es Abstufungen von Nähe. Ich glaube es gibt sogar Menschen, mit denen würde ich es nicht lange in einem Raum aushalten, aber über das Internet versteht man sich prima. Man würde ja auch nicht mit jedem seiner Freunde und Bekannten in eine gemeinsame Wohnung ziehen.

Lange Rede, kurzer Sinn, sofern man soziale Medien nicht nur für politische, berufliche oder sonstige nicht private Zwecke nutzt und wahrscheinlich selbst dann, entstehen immer irgendwo Beziehungen. Ansonsten wäre wohl das „Sozial“ in sozialen Medien eher fehl am Platz. Es ist halt irgendwie, wie am Stammtisch, wo dann plötzlich jemand nicht mehr kommt, den man doch irgendwie mochte, mit dem man aber sonst noch keine Anknüpfungspunkte hatte.

Die Frage ist, was bleibt noch, wenn alle gemäßigten Twitterer gehen? Bleiben dann nur noch die Extremisten da und schreien sich ihre Weltsicht und wie blöd der Andere doch ist gegenseitig ins virtuelle Gesicht? Das ist irgendwie auch keine Lösung. Andererseits bekommt halt nur Aufmerksamkeit, wer die krasseste Geschichte und den größten Skandal auffährt.

Wie extrem das alles werden kann, zeigt auch die Geschichte um einen mehr oder minder bekannten, „umstrittenen“ YouTuber, deren Hater nichts Besseres zu tun haben, als zu seinem Haus zu fahren um ihm „eine Lehre“ zu erteilen. Da fragt man sich schon, wann da wirklich mal einer bei draufgeht, weil ein wütender Mob vor der Tür steht und das Haus stürmt. Wobei man dazusagen muss, dass es auch schon vor dem Internet verrückte gegeben hat, die Prominente getötet haben. Wobei das dann eher Einzeltäter waren. Über das Netz kann man sich gut mit Anderen Verbinden, auch über das eigene Dorf hinaus.

Ich weiß zwar auch nicht, was die Lösung ist. Wer sich nicht mehr wohlfühlt, der sollte wohl zumindest mal eine Pause einlegen, oder besonders nervige Zeitgenossen einfach mal muten oder blocken. Ich fände es  aber schade, wenn wir den Extremen kampflos das Feld überlassen.

Der folgende Tweet drückt es wohl recht gut aus, was mir so durch den Kopf ging als die @Vrouwelin und dann noch der @Kolame eine Twitter Pause ankündigten.

 

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Biased pictures in media

Lisa Wade from Sociological Images posted an article about the pictures of black men used by media are biased.

In recent time there several incidences where unarmed black men had been killed by white men or police officers. The last one occurred just a few days ago. The picture the media presented by the media led to a twitter campaign with the hashtag #IFTHEYGUNNEDMEDOWN. Where people posted two pictures of themselves, one which would lead to a positive impression and one with a negative connotation, asking which one would the media use if they where shot by the police. Continue reading

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All magic comes with a price

Privacy has been an issue lately. But if you want to have privacy, it’s not that easy. One can set a “do not track” setting in your browser but as it turns out, it’s worthless. Yahoo announced that it will not respect the users whishes because they think a personalized web is the best.

Today I read the following tweet by Shelia Cotton:

The linked article describes a study by Janet  Vertesi,  an Assistant Professor as a sociologist of science and technology at Princeton University. She tried to hide her pregnancy for the whole 9 month from companies. Many people say, if you want your privacy, just op out. The experience of this study shows, it is possible but it comes with a price. And you might even end up as a suspected criminal because one can think you have something to hide. In fact you have even it is not related to any criminal intend.
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