T.W. Adorno: Resümee über die Kulturindustrie

Adorno bezieht sich auf das Buch Dialektik der Aufklärung, das er zusammen mit Horkheimer geschrieben hatte. Er betont, dass sie darin den Begriff der Massenkultur durch den Begriff der Kulturindustrie ersetzt haben. Adorno begründet dies damit, dass der Begriff Massenkultur impliziert, dass diese Kultur von den Massen selbst gestaltet wird. Da er aber davon ausgeht, dass die Massenkultur von Oben gestaltet und gesteuert wird, erscheint ihm der Begriff der Kulturindustrie passender und unmissverständlicher (vgl. Adorno, S. 202). Der Begriff der Industrie bezieht er auf die standardisierten Inhalte und Verbreitungstechniken, aber nicht auf die Art der Produktion (vgl. Adorno, S. 204). Continue reading

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Berger / Luckmann: Gesellschaft als subjektive Wirklichkeit

Berger und Luckmann beschreiben, wie die Integration eines Individuums in die Gesellschaft, ihrer Theorie nach abläuft. Dabei wird die Gesellschaft und deren Wirklichkeit internalisiert. Sie sehen Gesellschaft als „dialektischen Prozess“, der aus den drei Komponenten Externalisierung, Objektivation und Internalisierung besteht (Berger / Luckmann, 139). Die Internalisierung findet in der primären Sozialisation statt. Darin wird der Mensch in die Gesellschaft integriert, in dem er die Regeln lernt. Dies geschieht, in Anlehnung an Mead, durch signifikante Andere (vgl. Berger / Luckmann, 141). Die primäre Sozialisation endet mit der erfolgreichen Internalisierung aller Regeln und der Vorstellung eines generalisierten Anderen, also der Verallgemeinerung der Regeln, die das Individuum durch die signifikanten Anderen vermittelt bekommen hat. Continue reading

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Gedanken zu Menschenrechten und Demokratie

Der Sonntagssoziologe und die Tatsache, dass ich eine Hausarbeit über Menschenrechte schreibe, hat mich auch zum Nachdenken über diese gebracht.

Dabei viel mir auf, dass die Menschenrechte in Zusammenhang mit einer Demokratisierung gebracht werden, ja nahezu als untrennbar verbunden angesehen werden.

Im Zusammenhang mit China ist das eine interessante Sichtweise. Die Frage die ich mir gestellt habe war, können wir überhaupt wollen, dass China die Menschenrechte beachtet?

Zumindest unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen können wir das eigentlich nicht wollen. Wenn es China schaffen würde, die Menschenrechte zu achten und gleichzeitig die Parteidiktatur aufrecht zu erhalten, würde dies die These der Demokratisierung durch Beachtung der Menschenrechte widerlegen.

Für die Menschenrechte, wobei man da noch herausfinden müsste, welche denn gewährt werden könnten, ohne die Diktatur zu gefärden , wäre es sicher ein Fortschritt. Nicht aber für die weltweite Demokratisierung.

Wobei die Menschenrechte von der Theorie her nicht gewährt werden können, sondern angeboren und von Natur aus gegeben sind. So kann der Staat die Rechte nur schützen oder missachten, aber nicht von sich aus gewähren.

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