Das Bevölkerungsgesetz von Thomas Robert Malthus

Im Jahr 1798 veröffentlichte Malthus seine Gesetze zur Entwicklung der Bevölkerung, auf die sich später Charles Darwin beziehen wird. Er geht davon aus, dass bei zunehmenden Subsistenzmitteln die Vermehrung der Bevölkerung exponentiell zunimmt. Das bedeutet wiederum, dass die Subsistenzmittel wieder knapp werden und es zu einer Verarmung der Bevölkerung führt. Continue reading

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Gründe für oder gegen Kinder

Welche Faktoren spielen eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen Kinder? Wann wird ein Paar für ein zweites oder drittes Kind entscheiden. Wassilios Fthenakis hat dazu eine qualitative Panelstudie durchgeführt. Hier ein paar Ergebnisse.

Die Zahl derjenigen, die wirklich keine Kinder haben wollen, liegt bei ca. 5% (vgl. Pfundt, 15). Die Frage ist, was einen Teil der restlichen 95% davon abhält überhaupt Kinder zu bekommen oder es bei einem Kind zu belassen? Das hängt von einer Reihe von Faktoren ab, die in einem sehr komplexen Verhältnis zueinander stehen. Neben den gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen spielen auch noch individuelle Einstellungen und Präferenzen eine Rolle (vgl. Fthenakis, 199).

Heutzutage werden Kinder nicht mehr als Altersvorsorge angesehen. Kinder sollen dem eigenen Leben einen Sinn geben, oder gesellschaftliche Anerkennung bringen. Allerdings sind Kinder auch ein Kostenfaktor. Zum einen durch direkte Kosten für Essen, Kleidung usw., zum anderen, besonders für Frauen bedeutsam, durch die Kosten in Form von Einkommensverlusten durch die Unterbrechung der Berufstätigkeit. Bei zwei Kindern sind 80% der Mütter nicht mehr berufstätig, zwei Drittel davon würden aber gerne wieder arbeiten. Je besser die Ausbildung und der berufliche Status einer Frau ist, desto höher sind diese Kosten in Form von Einkommensverlusten. Zudem wird das Ausscheiden aus dem Beruf oft als soziale Isolation erlebt. Weitere Kosten sind die psychische und physische Belastung durch die Betreuung des Kindes, sowie die Belastung der Paarbeziehung. Die Einschätzung der Belastung beruht bei kinderlosen Paaren vor allem auf den Erfahrungen in der Herkunftsfamilie und bei Eltern auf den Erfahrungen mit den bereits vorhandenen Kindern (vgl. Fthenakis, 200f).

Durch die Komplexität der verschiedenen Einflussfaktoren lassen sich nur bedingt verlässliche Aussagen über die Größe der jeweiligen Einflüsse machen. Dazu müsste man einen großen Zeitraum in einer Studie abdecken. Dies ist aber meist aus forschungspraktischen Gründen nicht der Fall (vgl. Fthenakis, 204).

Die Ergebnisse der LBS-Familienstudie zeigen, dass der Zeitpunkt der Geburt des ersten Kindes vor allem von der Ausbildungsdauer der Frau abhängt. Dies hängt damit zusammen, dass die Frauen sich zunächst eine gute Basis schaffen wollen, später wieder in den Beruf zurückzukehren. Hier spielt wohl auch eine Rolle, dass in der deutschen Gesellschaft noch das Leitbild er Hausfrau und Mutter vorherrscht, die sich zumindest in den ersten Lebensjahren des Kindes ausschließlich um dieses kümmert. Mangelnde Betreuungsangebote, gerade für unter 3 Jährige und der im Hinblick auf Kinder unflexible Arbeitsmarkt tun ein Übriges dazu (vgl. Fthenakis, 205).

Grundsätzlich besteht für den reinen Kinderwunsch kein Zusammenhang mit der beruflichen Situation der Frau. Eher spielen die Erfahrungen in der Herkunftsfamilie eine Rolle. Insbesondere besteht hier ein Zusammenhang mit der Geschwisterzahl der Frau. Hat sie mehrere Geschwister gehabt, so erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie für weitere eigene Kinder ist. Ebenso spielt die Erfahrung mit den Eltern eine wichtige Rolle (vgl. Fthenakis, 213).
Als günstig für den Wunsch nach einem zweiten Kind haben sich die folgenden Faktoren erwiesen. So ist es von Vorteil, wenn die Partner noch relativ jung bei der Geburt ihres ersten Kindes sind, die Frau ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern hat, sowohl in ihrer Kindheit als auch aktuell, wenn die Frau das Kind als positiv für die Partnerschaft ansieht und wenn beide Eltern den Umgang mit ihrem ersten Kind als Freude empfinden (vgl. Fthenakis, 215).

Als ungünstig hat es sich erwiesen, wenn die Frau mit ihrer Rolle als Mutter unzufrieden ist, sie viel Hausarbeit nach der Geburt ihres ersten Kindes alleine erledigen muss, sowie eine negative Einstellung zur Rolle der Hausfrau vor der Geburt des ersten Kindes. Weiterhin sind ein hoher beruflicher Status der Frau und der Grad der Attraktivität des Berufes für die Frau ein Hindernis für weitere Kinder (vgl. Fthenakis, 218f).

Generell hat die Frau den entscheidenden Einfluss auf die Geburt eines zweiten Kindes. Der Kinderwunsch des Mannes wird vor allem von der Einstellung der Frau beeinflusst (vgl. Fthenakis, 215). Die entscheidende Phase ist die von der Geburt bis 1,5 Jahre danach (vgl. Fthenakis, 218).

Entscheidend dabei ist die Lebensplanung der Frau. Je nachdem ob sie familien- oder berufsorientiert ist, wird sie eher dazu tendieren ein zweites Kind zu bekommen oder nicht. Der eigentliche Wunsch nach einem weiteren Kind unterscheidet sich dabei aber nicht. Die berufsorientierte Frau wird dabei aber eher dazu neigen dem Beruf den Vorzug zu geben. Sie will Beruf und Familie verbinden und stößt dabei auf strukturelle Probleme (vgl. Fthenakis, 223f).

Literatur:

Fthenakis, Wassilios, E., Kalicki, B., Peitz, G.: Paare werden Eltern. Ergebnisse der LBS-Familien-Studie, Leske + Budrich, Opladen, 2002.

Pfundt, Karen: Die Kunst, in Deutschland Kinder zu haben, Argon, Berlin, 2004.

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