Andreas Schleicher: Use data to build better schools

Andreas Schleicher spricht bei TED über die PISA Studie und wie man damit das Schulsystem verbessern kann.

Ein Satz in seiner Rede hat mir besonders gefallen. Nämlich der Hinweis darauf, dass das Schulsystem, gerade in Deutschland, als Auslesesystem angesehen wird. Jeder kommt in eine Schublade und dann wird der Schlüssel weggeschmissen und das im Alter von 10 Jahren. Inzwischen hat sich ja schon einiges getan, um das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland zu verändern. Wobei man am Beispiel Hamburg sehen konnte, dass manchmal nicht die Politiker der Hemmschuh sind, sondern die Eltern.

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Der Bildungserfolg, das Schulsystem und die Lehrer

Der zweite Teil der Reihe Probleme im Bildungssystem beschäftigt sich mit dem System Schule an sich und den Lehrern.

Ich betrachte in diesem Beitrag den Einfluss von Lehrern und des Schulsystems auf den Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I. Denn dieser Übergang ist im deutschen Schulsystem von grundlegender Bedeutung und eine Entscheidung an dieser Schwelle kann später nur mit größter Mühe, wenn überhaupt geändert werden. Zumindest was den Weg in eine höhere Schulform angeht. Einfacher und schneller geht es eher nach unten. (weiterlesen …)

Die Werterwartungstheorie zur Erklärung von Bildungsungleichheiten

Die Werterwartungstheorie auf Grundlage der Überlegungen von Esser und Boudon (Esser 1999; Boudon 1974). Soll die soziale Ungleichheit im Bildungssystem erklären.

Esser geht in seinem Grundmodell davon aus, dass die Eltern der Kinder zwei Entscheidungsmöglichkeiten haben. Entweder sie schicken ihre Kinder auf die Hauptschule, oder auf eine weiterführende Schule. Diese Entscheidung hat Folgen und zwar im Sinne von Kosten und Nutzen. Zu den Kosten zählt er einen eventuellen Statusverlust im Vergleich zu den Eltern, sowie in Entgangenem Einkommen bei früherem Eintritt in den Beruf. Der Nutzen, wäre der Zugang zu einem bestimmten Beruf (vgl. Esser, 266f). (weiterlesen …)

Bildungstheorie: Breen und Goldthorpe

Breen und Goldthorpe bauen ihre Theorie auf Boudon auf. Sie gehen ebenfalls von primären und sekundären Effekten der sozialen Herkunft aus, wobei die sekundären Effekte die Hauptrolle spielen. Diese wirken an Übergängen im Bildungssystem, an denen zwischen Verbleib und Verlassen entschieden wird. Zwar können die primären Effekte auch eine Rolle spielen, beispielsweise, wenn das Kind, aufgrund der schlechteren Startvoraussetzungen, nicht gut genug für einen höheren Bildungsabschluss ist, doch messen sie den sekundären einen höheren Einfluss bei (vgl. Breen & Goldthorpe 1997, 277). (weiterlesen …)

Boudon und die Herkunftseffekte

Auf der Theorie von Keller und Zavalloni aufbauend, formuliert Boudon seine Theorie der primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft.

Boudon sieht die Schichtung der Gesellschaft als Ursache und Folge von Unterschieden zwischen den Menschen. Je niedriger der soziale Status, desto weniger kultureller Hintergrund und weniger Erfolg im Bildungswesen und weniger ökonomisches Kapital. Entsprechend besser ausgestattet sind die Menschen je höher ihr sozialer Status ist. Dieses Phänomen beschreibt Boudon mit dem Begriff der primären Effekte der sozialen Schichtung. Diese führen direkt, durch die besseren Möglichkeiten das Kind in der Schule zu unterstützen, zu besseren Leistungen (vgl. Boudon 1974, 29). (weiterlesen …)

Soziale Klassen und Ambition

Keller und Zavalloni sehen sich mit der Schlussfolgerung aus vorangegangenen Studien konfrontiert, dass Menschen aus der Unterschicht weniger Wert auf eine höhere Schulbildung legen und weniger ambitioniert sind als aus der Mittelschicht. Sie kritisieren die Methodik der Studien, die diese Ergebnisse aus Angaben zu beruflichen Zielen schlussfolgert. Daraus ließe sich leicht schließen, dass die Unterschicht wenig hat, weil sie wenig will (vgl. Keller / Zavalloni 1964, 58f). (weiterlesen …)