Menschenrechte Teil 5 – Das Fazit

Pünktlich vor Weihnachten gibts jetzt noch das Fazit der Serie.

Wie man an den dargestellten Entwicklungen sieht, ist die Zukunft der Menschenrechte ungewiss. Ob sie zu einer reinen Phrase verkommen, an die sich nicht mal mehr die „Erfinder“ halten, oder ob man sich weltweit auf einen gewissen Grundstandard einigen kann und die einzelnen Kulturkreise einen eigenen Begriff entwickeln, der zumindest die Garantie enthält, dass die grundlegenden, Leib und Leben betreffenden Grundrechte anerkannt und geschützt werden muss die Zeit erst noch zeigen. (weiterlesen …)

Number of View :1316

Menschenrechte Teil 4-2 – China

Um die Situation in China zu verstehen, muss man in die Geschichte sehen. China ist durch den Konfuzianismus geprägt. Die Lehren von Konfuzius und deren Varianten waren von etwa 200 v. Chr. bis 1911 n. Chr. Basis des staatlichen und gesellschaftlichen Systems. Der Konfuzianismus entstand in einer Zeit von politischer Instabilität, daher ist sein Ziel, eine universal gültige Ordnung herzustellen (vgl. Hucke, 321f). (weiterlesen …)

Number of View :616

Vom Ende der Arbeit…

… erzählt der Spiegelfechter auf Telepolis.

Was wird passieren, wenn der Traum von der Vollbeschäftigung und ewigem Wachstum platzt und es zu einer nie gekannten Massenarbeitslosigkeit kommt? Bisher scheint sich niemand Gedanken darüber zu machen, doch niemand weiß, ob die Finanzkrise schon die Katastrophe ist, die uns zum Umdenken zwingt, ein Warnschuss ist sie allemal. Vielleicht hilft auch ein Blick nach Griechenland, was so alles passieren kann.

Ein Problem ist natürlich, die in den letzten Jahren aufgebaute Propaganda gegen Arbeitslose als “Sozialschmarotzer” und die Aufwertung der Arbeit als eines der wichtigsten Identitätsstiftenden Dinge im Leben. Das kann zu einer ernsthaften Krise führen, wenn die Arbeitsplätze rapide abnehmen.

Zukunftsprognosen sind natürlich schwierig, aber man sollte sich schon Gedanken dazu machen, was nach der Finanzkrise kommen könnte, zumindest wenn man dann versucht, das Wachstum nicht mehr durch Schulden zu finanzieren. Das Ende der Arbeit ist eine Theorie, aber es kann auch ganz anders kommen.

Fakt ist aber, dass wir ein großes Energie und Rohstoffproblem haben, das sich noch verschärfen wird. Wir haben gesehen, was passiert, wenn China viel Produziert und Rohstoffe knapp werden. Sollte Afrika sich ähnlich entwickeln ist das Ende des Wachstums allein schon aus diesen Gründen absehbar, ganz zu schweigen von den Umweltproblemen. Die Probleme sind aber nicht mehr mit dem Wettbewerbsprinzip zu lösen sondern nur mit Kooperation.

Number of View :266

Menschenrechte Teil 4-1 – Aktuelle Entwicklungen

Entwicklung zum Sicherheitsstaat und Sicherheitsgesellschaft – Eine Gefahr für die Menschenrechte

Die Entwicklungen seit den Anschlägen vom 11.9.2001 haben die Schlagwörter „Sicherheit“ und „Prävention“ in den Vordergrund gestellt. Natürlich ist dies nicht aus dem Nichts heraus entstanden, sondern auch die Folge einer vorhergehenden Entwicklung.

Das klassische Strafrecht, aus der Zeit der Aufklärung, hatte den Zweck, das Recht, das durch den Rechtsbruch angegriffen wurde, wieder herzustellen bzw. zu stabilisieren. In der Staatstheorie vom liberalen Rechtsstaat kommt die Zweckbindung des Staatsrechts auf. Mit Strafen soll erzogen und der Gesellschaft nützliches getan werden. Franz von Liszt formulierte schon 1905, das die Prävention als soziale Kontrolle dienen sollte, wobei die Präventionsmaßnahmen ein weites Spektrum umfassen, unter Anderem auch die Sozialpolitik. Zugleich differenziert er zwischen Gelegenheitstätern und dauernd Straffälligen. Hier wird also die schwere der Strafe nach der Gefährlichkeit des Täters festgelegt. Der Sozialstaat steht hier im Vordergrund (Albrecht, 45f). (weiterlesen …)

Number of View :445

Gründe für oder gegen Kinder

Welche Faktoren spielen eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen Kinder? Wann wird ein Paar für ein zweites oder drittes Kind entscheiden. Wassilios Fthenakis hat dazu eine qualitative Panelstudie durchgeführt. Hier ein paar Ergebnisse.

Die Zahl derjenigen, die wirklich keine Kinder haben wollen, liegt bei ca. 5% (vgl. Pfundt, 15). Die Frage ist, was einen Teil der restlichen 95% davon abhält überhaupt Kinder zu bekommen oder es bei einem Kind zu belassen? Das hängt von einer Reihe von Faktoren ab, die in einem sehr komplexen Verhältnis zueinander stehen. Neben den gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen spielen auch noch individuelle Einstellungen und Präferenzen eine Rolle (vgl. Fthenakis, 199).

Heutzutage werden Kinder nicht mehr als Altersvorsorge angesehen. Kinder sollen dem eigenen Leben einen Sinn geben, oder gesellschaftliche Anerkennung bringen. Allerdings sind Kinder auch ein Kostenfaktor. Zum einen durch direkte Kosten für Essen, Kleidung usw., zum anderen, besonders für Frauen bedeutsam, durch die Kosten in Form von Einkommensverlusten durch die Unterbrechung der Berufstätigkeit. Bei zwei Kindern sind 80% der Mütter nicht mehr berufstätig, zwei Drittel davon würden aber gerne wieder arbeiten. Je besser die Ausbildung und der berufliche Status einer Frau ist, desto höher sind diese Kosten in Form von Einkommensverlusten. Zudem wird das Ausscheiden aus dem Beruf oft als soziale Isolation erlebt. Weitere Kosten sind die psychische und physische Belastung durch die Betreuung des Kindes, sowie die Belastung der Paarbeziehung. Die Einschätzung der Belastung beruht bei kinderlosen Paaren vor allem auf den Erfahrungen in der Herkunftsfamilie und bei Eltern auf den Erfahrungen mit den bereits vorhandenen Kindern (vgl. Fthenakis, 200f).

Durch die Komplexität der verschiedenen Einflussfaktoren lassen sich nur bedingt verlässliche Aussagen über die Größe der jeweiligen Einflüsse machen. Dazu müsste man einen großen Zeitraum in einer Studie abdecken. Dies ist aber meist aus forschungspraktischen Gründen nicht der Fall (vgl. Fthenakis, 204).

Die Ergebnisse der LBS-Familienstudie zeigen, dass der Zeitpunkt der Geburt des ersten Kindes vor allem von der Ausbildungsdauer der Frau abhängt. Dies hängt damit zusammen, dass die Frauen sich zunächst eine gute Basis schaffen wollen, später wieder in den Beruf zurückzukehren. Hier spielt wohl auch eine Rolle, dass in der deutschen Gesellschaft noch das Leitbild er Hausfrau und Mutter vorherrscht, die sich zumindest in den ersten Lebensjahren des Kindes ausschließlich um dieses kümmert. Mangelnde Betreuungsangebote, gerade für unter 3 Jährige und der im Hinblick auf Kinder unflexible Arbeitsmarkt tun ein Übriges dazu (vgl. Fthenakis, 205).

Grundsätzlich besteht für den reinen Kinderwunsch kein Zusammenhang mit der beruflichen Situation der Frau. Eher spielen die Erfahrungen in der Herkunftsfamilie eine Rolle. Insbesondere besteht hier ein Zusammenhang mit der Geschwisterzahl der Frau. Hat sie mehrere Geschwister gehabt, so erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie für weitere eigene Kinder ist. Ebenso spielt die Erfahrung mit den Eltern eine wichtige Rolle (vgl. Fthenakis, 213).
Als günstig für den Wunsch nach einem zweiten Kind haben sich die folgenden Faktoren erwiesen. So ist es von Vorteil, wenn die Partner noch relativ jung bei der Geburt ihres ersten Kindes sind, die Frau ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern hat, sowohl in ihrer Kindheit als auch aktuell, wenn die Frau das Kind als positiv für die Partnerschaft ansieht und wenn beide Eltern den Umgang mit ihrem ersten Kind als Freude empfinden (vgl. Fthenakis, 215).

Als ungünstig hat es sich erwiesen, wenn die Frau mit ihrer Rolle als Mutter unzufrieden ist, sie viel Hausarbeit nach der Geburt ihres ersten Kindes alleine erledigen muss, sowie eine negative Einstellung zur Rolle der Hausfrau vor der Geburt des ersten Kindes. Weiterhin sind ein hoher beruflicher Status der Frau und der Grad der Attraktivität des Berufes für die Frau ein Hindernis für weitere Kinder (vgl. Fthenakis, 218f).

Generell hat die Frau den entscheidenden Einfluss auf die Geburt eines zweiten Kindes. Der Kinderwunsch des Mannes wird vor allem von der Einstellung der Frau beeinflusst (vgl. Fthenakis, 215). Die entscheidende Phase ist die von der Geburt bis 1,5 Jahre danach (vgl. Fthenakis, 218).

Entscheidend dabei ist die Lebensplanung der Frau. Je nachdem ob sie familien- oder berufsorientiert ist, wird sie eher dazu tendieren ein zweites Kind zu bekommen oder nicht. Der eigentliche Wunsch nach einem weiteren Kind unterscheidet sich dabei aber nicht. Die berufsorientierte Frau wird dabei aber eher dazu neigen dem Beruf den Vorzug zu geben. Sie will Beruf und Familie verbinden und stößt dabei auf strukturelle Probleme (vgl. Fthenakis, 223f).

Literatur:

Fthenakis, Wassilios, E., Kalicki, B., Peitz, G.: Paare werden Eltern. Ergebnisse der LBS-Familien-Studie, Leske + Budrich, Opladen, 2002.

Pfundt, Karen: Die Kunst, in Deutschland Kinder zu haben, Argon, Berlin, 2004.

Number of View :1682

Menschenrechte Teil 3 – Schutz der Menschenrechte

Der Schutz der Menschenrechte wird immer wieder gefordert. Die Frage ist, wie weit will man gehen. Reichen politische und diplomatische Mittel, oder sollte man notfalls auch militärisch eingreifen?

Als Begriff für ein militärisches Eingreifen in einem solchen Fall, hat sich der Begriff „Humanitäre Intervention“ eingebürgert. Hinsch und Janssen verstehen darunter, dass „ein Staat, eine Gruppe von Staaten oder eine internationale Vereinigung Militär in ein fremdes Staatsgebiet entsendet, um die Bevölkerung des fremden Staates vor schweren Menschenrechtsverletzungen zu schützen.“ (Hinsch / Janssen, 31). (weiterlesen …)

Number of View :375

Menschenrechte Teil 2 – Die Geschichte

Grundlage der Durchsetzung der Idee der Menschenrechte ist die Aufklärung. Für den Philosophen John Locke beispielsweise, waren Leben, Freiheit und Eigentum, angeborene Menschenrechte, die der Staat zu schützen hatte. Dadurch wird die Idee der Menschenrechte auf eine politische Ebene gehoben (vgl. Fritzsche, 28).

Vorläufer von verfassungsmäßig garantierten Menschenrechten gab es in England, wo schon 1215 in der „Magna Charta Liberatum“ gewisse Rechte zugestanden wurden. Weitere Dokumente waren die „Petition of Rights“ von 1628 und die „Habeas-Corpus-Akte“ von 1679 (vgl. Fritzsche, 29). (weiterlesen …)

Number of View :875