Andreas Schleicher: Use data to build better schools

Andreas Schleicher spricht bei TED über die PISA Studie und wie man damit das Schulsystem verbessern kann.

Ein Satz in seiner Rede hat mir besonders gefallen. Nämlich der Hinweis darauf, dass das Schulsystem, gerade in Deutschland, als Auslesesystem angesehen wird. Jeder kommt in eine Schublade und dann wird der Schlüssel weggeschmissen und das im Alter von 10 Jahren. Inzwischen hat sich ja schon einiges getan, um das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland zu verändern. Wobei man am Beispiel Hamburg sehen konnte, dass manchmal nicht die Politiker der Hemmschuh sind, sondern die Eltern.

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Essay: Entwicklungspolitik

Der folgende Text entstand nach einem Seminar zur Entwicklungszusammenarbeit.

Ich stehe der Entwicklungshilfe, oder wie es neuerdings heißt Entwicklungszusammenarbeit, sehr skeptisch gegenüber. Das liegt wohl vor allem darin, dass ich die 80er miterlebt habe. Andauernde Hungersnöte in Afrika, Live Aid und tausende Institutionen, die den „armen Negerkindern“ helfen wollten. Gebracht hat es aber irgendwie nichts. Gut, das lag sicher auch an den Methoden. Die Wende von der Hilfe zur Zusammenarbeit war damals noch nicht vollzogen. Man begann wohl damals erst so langsam darüber nach zu denken, dass etwas nicht stimmt. Zudem war Entwicklungshilfe im Schatten des Kalten Krieges natürlich auch eine politische Sache und man unterstützte nur die Länder, denen man auch politisch nahestand, sprich, die die dem eigenen Block zugehörig waren. (weiterlesen …)

Ein erstes Fazit zur Wirtschaftspolitik

Ich besuche ja zur Zeit eine Vorlesung zum Thema Politik und Wirtschaft. Ein erstes Fazit kann ich inzwischen schon ziehen. Es gibt verschiedene Schulen und diese setzen unterschiedliche Schwerpunkte und haben auch verschiedene Lösungen für Probleme. Das heißt beispielsweise für die Griechen: Ob sie etwas falsch gemacht haben, oder was und wie die Lösung dafür aussieht, kommt ganz auf den Blickwinkel des Betrachters an. Bisher wird aber eher Richtung Keynes (re)agiert.

Andererseits sind eigentlich alle Theorien entweder widerlegt oder haben zumindest einen oder mehrere Rückschläge einstecken müssen. Man bewegt sich also auf unbekanntem Untergrund. Und da ist jetzt nur die Wirtschaftstheorie einbezogen. Man muss aber noch die Politiktheorien einbeziehen. Das kommt dann später.

 

Michael Hartmann über die Eliten und Hartz IV

In der ZEIT hat der Soziologe Michael Hartmann ein Interview zum Thema Eliten und Hartz IV gegeben. Darin beschreibt er die Veränderungen in den letzten Jahren und zeigt die Mechanismen auf, die hinter den aktuellen Debatten um “Leistungsträger” und “Sozialschmarotzer” stehen.

Dazu passt auch ein Kommentar bei Spiegel Online

Soziologie ist ein Kampfsport. Pierre Bourdieu im Porträt

Pierre Carles
Soziologie ist ein Kampfsport. Pierre Bourdieu im Porträt

Wohl jedem geistes- und kuturwissenschaftlichen Studierenden begegnet irgendwann einmal der Name Pierre Bourdieu unter oder über einem Text. Er ist bekannt u. a. durch das Werk “Die feinen Unterschiede”. Der französische Soziologe gehörte schon zu Lebzeiten zu den bedeutensten Soziologen des 20. Jahrhunderts, so dass wir nicht nur Texte von ihm, sondern auch das Glück haben, dass es ein Film über ihn gibt, der vor seinem Tod 2002 entstanden ist. Der Filmemacher Pierre Carles hat ihn für das französische Kino gedreht. Er ist jetzt dank des Suhrkamp-Verlag auf DVD in Deutschland erhältlich.

Pierre Carles hat Pierre Bourdieu längere Zeit mit der Kamera begleitet. Der Film kommt ohne Kommentare bzw. Sprecher und Interviews des Filmemachers mit ihm aus, stattdessen reiht der Film einzelne Episoden aneinander. Sie zeigen Bourdieu in unterschiedlichen Situationen. Mit seinen Kollegen an der Universität; bei zufälligen Begegnungen auf der Straße; bei einem Interview mit einem Jugendradio; bei Podiumsdiskussionen; in Uni-Seminaren.

Es entsteht das Bild eines durch und durch sympathischen Mannes. Ein Mann mit Humor, Beobachtungsgabe, Empathie, Wissen, Leidenschaft, Engagement und dem Willen, seine Anliegen den Menschen verständlich zu machen. Ein Bourdieu, der aufgeregt ist, weil er auf Englisch reden muss bei einem wissenschaftlichen Kongress und das ganze trocken mit dezenter Ironie kommentiert; dann einen, der engagiert mit Einwohnern eines benachteiligten Stadtteils diskutiert. Ein anderes mal bittet er Studierende, ihm die Fragen zu schicken, die sie sich nicht getraut haben zu stellen bei einem Besuch von ihm in ihrem Seminar. Dann ist er väterlich besorgt um den Arbeitsfortschritt eines Mitarbeiters.

Der Sohn eines Bauern aus der Provinz bleibt auch am Ende seiner akademischen Laufbahn bescheiden und behält genug Distanz zu seinem Werk. Wenn ein Diskutant im Eifer des Gefechts sagt “Es ist nur Bourdieu, nicht Gott”, verärgert ihn das nicht, sondern findet seine Zustimmung. Er will den Menschen Mut machen zu denken und ihr Anliegen in die eigene Hand zu nehmen. Es erscheint einem aufgrund des Films plausibel, dass Bourdieu bis zuletzt nie ganz in den Welt der Akademiker heimisch wurde und diese Welt und sein Wirken in ihr mit nötiger Distanz beobachten konnte.

Natürlich bekommt man im Film auch mit, was er z. B. unter kulturellem Kapital versteht. Wer Geld hat, hat damit bestimmte Möglichkeiten. Wer bestimmte kulturelle Fähigkeiten, also kulturelles Kapital hat, hat dadurch auch bestimmte Möglichkeiten. Wer z. B. eine akademische Karriere machen möchte, muss reden können wie man es in akademischen Kreisen macht. Und wer konnte gerade dies besser beobachten als das Nicht-Akademiker Kind Bourdieu?

Aber das Kern-Anliegen des Films ist: Die Facetten seines öffentlichen Auftretens zu zeigen. Und darin bekommt man in fast 3 Stunden einen guten Einblick.

Der Suhrkamp Verlag hat den Film mit deutschem Untertitel auf DVD veröffentlicht. Ein hartes Stück Arbeit, ihm lesend und denkend zu folgen und gleichzeitig den Film zu sehen, aber es lohnt sich. Auf überflüssige Extras verzichtet der Verlag, legt aber ein inhaltlich ergänzendes 52-seitiges Heft bei.

Autor: Norbert Paul

 

Frieden für die Welt…

… oder doch lieber Krieg?

Das war die Frage im Seminar zum Thema Deutsche Außenpolitik – Krieg oder Frieden?

Als erster Referent trat Bernhard Nolz auf. Träger des Aachener Friedenspreises und wegen einer Rede für den Frieden kurz nach den Anschlägen von New York 2001 von seiner Schule strafversetzt. Aktiv im Zentrum für Friedenskultur in Siegen.

Er plädierte für die Abschaffung des Militärs. Seiner Meinung nach würde eine gewaltfreie, zivile Form des Widerstandes viel effektiver sein. Damit sollen die “Besatzungskosten” möglichst hoch sein. Da er davon ausgeht, dass ein Besatzer an größtmöglichem Nutzen interessiert ist. Nolz geht es nicht um den Schutz der Grenzen, also des staatlichen Territoriums, sondern um den Schutz der Menschen. Diese sollen Flugblätter drucken, Produktion und Infrastruktur sabotieren und ähnliches. Zudem ist er für eine Stärkung demokratischer Strukturen zum Beispiel in der UN.

Das sind natürlich alles schöne Ziele. Dieses Konzept ist mir selbst nicht unbekannt. Ich habe mich vor Jahren mal damit beschäftigt und fand es zu Anfang auch nicht schlecht. Es mag vielleicht in manchen Situationen auch passen. Doch hat diese Theorie einige schwere Schachpunkte. Zum Einen ist es wesentlich einfacher militärischen Widerstand zu organisieren als zivilen Ungehorsam, bei dem schon eine Menge Menschen unabhängig voneinander mitmachen müssen um effektiv zu sein. Der friedliche Aufbau eines Staatsystems aus sich selbst heraus hat eigentlich kaum funktioniert. Immer gab es Gewalt. In Afghanistan hätte es nach dieser Theorie funktionieren müssen, als sich die Russen zurückzogen. Doch das Land wurde vom Bürgerkrieg zerstört und eine Gruppe religiöser Fanatiker kam an die Macht. Normbrüche wurden sofort und gewalttätig bestraft. Wer diskutieren wollte wurde einen Kopf kürzer gemacht. Ein friedlicher Widerstand gegen eine Macht, die nur an der Beherrschung und Zerstörung alles “Andersdenkenden” interessiert ist, ist ohne Gewalt nicht beizukommen.

Natürlich war er auch gegen die Einsätze in Afghanistan. Doch eins ist klar, und das sagen auch viele die dort her kommen, wenn die Nato Truppen abziehen (Zur Zeit ca 60.000 Soldaten), werden die Taliban erneut das Land erobern und ihre Schreckensherrschaft installieren. Als Alternative schlug Nolz vor, statt Soldaten, ausgebildete Friedenshelfer zu schicken. Ich glaube aber kaum, dass die Taliban lange mit denen verhandeln werden…

Insgesamt ja eine schöne Theorie, doch in der Praxis kaum bis nicht umzusetzen. So musste er auch bei gezielten Nachfragen zur Praxistauglichkeit meistens passen.

Das Bevölkerungsgesetz von Thomas Robert Malthus

Im Jahr 1798 veröffentlichte Malthus seine Gesetze zur Entwicklung der Bevölkerung, auf die sich später Charles Darwin beziehen wird. Er geht davon aus, dass bei zunehmenden Subsistenzmitteln die Vermehrung der Bevölkerung exponentiell zunimmt. Das bedeutet wiederum, dass die Subsistenzmittel wieder knapp werden und es zu einer Verarmung der Bevölkerung führt. (weiterlesen …)

Was bedeutet es, Amerikaner zu sein?

Bei der Abschlussveranstaltung des Forum Siegen, ging es um das Thema “Was heißt es, ein Amerikaner zu sein.” Es sprach zum Thema Prof. Dr. Hans Vorländer. Das gesamte Semester stand unter dem Titel “Amerika – Eine kritische Landeskunde”. Davon hatte auch das amerikanische Konsulat mitbekommen und der Herr Generalkonsul Boyse war begeistert davon, das man sich auch in der Provinz mit seinem Heimatland auseinandersetzt. Er war auch zugegen und versuchte es aus seiner Sicht zu beschreiben, konnte aber keine befriedigende Antwort geben. Was auch verständlich ist, immerhin streitet man sich ja bei uns auch, was es heißt ein Deutscher zu sein. (weiterlesen …)